Die Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist eine sehr alte und vielseitig anwendbare Heilmethode auch im humanmedizinischen Bereich. Verwendet werden speziell gezüchtete medizinische Blutegel, die an bestimmte Hautstellen angesetzt werden.

Medizinische Blutegel sind in Deutschland ein rezeptfreies, apothekenpflichtiges Arzneimittel. Als Privatperson ist ein Bezug der Medizinischen Blutegel als Arzneimittel nur über die Apotheke möglich.

Die Egel werden entweder direkt an der zu behandelnden Stelle angesetzt, also z.B am rheumatischen Gelenk oder dem Abszeß, oder an Akupunkturpunkten. Beim Zubeißen und während des Saugens gibt der Blutegel verschiedene Sekrete an den Patienten ab. Die ausgeschütteten Substanzen bewirken unter anderem eine Gerinnungshemmung, Gefäßerweiterung, Lymphstrombeschleunigung, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung. Der Blutegelbiss ist vergleichbar mit einem Insektenstich und wird je nach Tier unterschiedlich empfunden. Nach kurzer Zeit ist die Bissstelle betäubt und die Therapie wird sowohl von Hunden als auch von Pferden gut toleriert.

Ablauf einer Blutegelbehandlung

  1. ausführliche Befragung des Tierbesitzers und gründliche Untersuchung des Tieres, bitte um Info über Medikamente oder Produkte wie Ingwer und Knoblauch, diese müssen ggfs. Vorher abgesetzt werden
  2. Vorbereitung der Bissstelle, ggf. rasieren oder auftragen von Lockblut
  3. Ansetzen der Egel
  4. Saugvorgang unter ständiger Kontrolle (dauert 30-120 Minuten und kann nicht unterbrochen werden), der Egel „fällt ab“ wenn er fertig ist
  5. Nachkontrolle der Blutung

Indikationen

Pferd

  • Ataxien
  • Arthrose
  • Gallen
  • Hautveränderungen (Sommerekzem)
  • Hufrehe
  • Hufrollenentzündung
  • Mauke
  • Narben
  • Nüsternwarzen
  • Ödeme
  • Phlegmone
  • Satteldruckstellen
  • Sehnenpathologien
  • Spat
  • Verletzungen
  • Wundheilungsstörungen

Hund/Katze

  • Abszesse
  • Arthrose
  • Bänderzerrung
  • Ekzeme (Leckekzem)
  • Entzündung der Gesäugeleiste
  • Gelenkdysplasie (HD und ED)
  • Hämatome
  • Hautentzündungen
  • Narbenbildung (nach Kastration etc.)
  • Ödeme
  • Spondylose
  • Verletzungen
  • Wundheilungsstörungen

Vor der Behandlung zu beachten

  • das zu behandelne Tier darf 24 Stunden vor der Behandlung nicht mehr gewaschen, gepudert oder gesalbt werden, weil die Egel sonst an der entsprechenden Stelle nicht mehr beißen. Sie mögen keine Fliegensprays oder ähnliches.
  • gerinnungshemmende Medikamente müssen frühzeitig abgesetzt werden
  • die Wunden bluten noch bis zu 48 Stunden nach und sollten möglichst nicht abgedeckt werden
  • bei Hunden kann zum Schutz von Teppichen und Möbeln ggf. ein sehr leichter Verband angelegt werden